Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies einsetzen.

Suche

German Danish Dutch English French Greek Italian Portuguese Russian Spanish

Wo fängt man eigentlich an, wenn man neu in die (computergestützte) Lichttechnik einsteigen will? Auf den ersten Blick mag der Informationsgehalt dieser Website sicher erschlagen. Ich möchte hier versuchen, einen gegliederten Einstieg in die allgemeine Technik zu geben.

 

1. Anschluss der Lampen

 

Um Lampen in der Helligkeit regeln zu können, kann man herkömmliche Dimmer aus dem Baumarkt verwenden. Diese Drehdimmer erlauben das fast stufenlose Einstellen der Lampenhelligkeit. Leider starten die Lampen bei diesen Geräten in der Regel aber erst bei einer höheren Helligkeitsstufe, sodass man ein leichtes Schalten der Lampen nicht vermeiden kann. Zudem benötigt man für eine Lampe auch immer eine Hand, sodass das Steuern von mehreren Anschlüssen schnell schwierig wird.

Als Lösung kann man sog. Dimmerpacks verwenden. Diese Geräte werden ähnlich wie die Baumarkt-Dimmer zwischen Steckdose und Lampe verbaut und haben in der Regel entsprechende Steckdosenanschlüsse für die Lampen. Aktuelle Geräte besitzen in der Regel zwei XLR-Anschlüsse, um sie mit dem Computer ansteuern zu können (siehe Punkt 2). Diese Dimmerpacks sind in der Lage, die Helligkeit absolut stufenlos einstellen zu können, sodass auch der Einschaltimpuls der Baumarktdimmer ausbleibt. Dimmerpacks gibt es dabei in den unterschiedlichsten Preisklassen mit unterschiedlichsten Ausstattungen. Als Anschlüsse gibt es z.B. Schutzkontaktsteckdosen, Kaltgeräteanschlüsse, oder Schraubklemmen. Dabei gibt es die Geräte (für den Heimgebrauch) in Preisklassen zwischen 70 und 300 Euro, je nach Ausstattung.

Zur Steuerung werden natürlich keine Hände mehr benötigt. Die XLR-Anschlüsse an den Dimmerpacks erlauben das Steuern über DMX512-Controller, bzw. durch den Computer.

 

 

2. DMX512 als Steuerung

 

Das DMX512-Protokoll zur Lichtsteuerung gibt es seit etlichen Jahren. Es hat sich in dieser Zeit mehrfach bewährt und wird sowohl von kleinen, wie auch den größten Bühnen verwendet. An dieser Stelle soll nichts technisches erklärt werden (das gibt es im Unterpunkt Hardware auf dieser Website). Ich möchte vielmehr das eigentlich wichtige für die Verwendung erklären. DMX512 verwendet herkömmliche XLR-Kabel, um die Steuerungsinformationen vom Steuerpult/Computer zum Endgerät zu bringen. Der Standard sieht spezielle XLR-Kabel für digitale Informationen vor, welche einiges teurer sind, als normale XLR-Mikrofonkabel. Bei kurzen Strecken (<150m) funktionieren aber auch die günstigeren XLR-Kabel ohne Probleme.

Jedes DMX-Gerät besitzt, wie bereits erwähnt, mindestens zwei XLR-Anschlüsse und eine Einstellfunktion für eine Adresse. Jedes Gerät erhält die identischen Informationen über alle 512 Kanäle des DMX512-Systems. Dabeiwird die XLR-Verbindung durch alle Geräte durchgeschleift und nur durch die Startadresse unterschieden. Der zwingend erforderliche Mikrocontroller in einem Dimmerpack greift sich hierbei anhand der eingestellten Startadresse die für ihn richtigen Helligkeitswerte aus den 512 Kanälen heraus. Am Ende des XLR-Leitungsweges empfiehlt sich der Anschluss eines 120Ohm-Endwiderstandes, der ebenfalls im Handel erhältlich ist, bzw. im Grunde einfach nur ein XLR-Stecker mit einem kleinen Widerstand zwischen Pin 2 und 3 ist. Dieser sorgt für ein stabiles Signal auch bei längeren Wegen.

Um nun ein entsprechendes DMX512-Signal zu erzeugen und die angeschlossenen Geräte steuern zu können, benötigt man ein im folgenden beschriebenes Steuergerät.

 

 

3. Steuerung der Geräte

 

Es gibt relativ preisgünstige (~150 € aufwärts) DMX512-Steuerpulte mit einigen Reglern und Speicherfunktionen für einfache Szenen. An den Steuerpulten ist ein XLR-Anschluss vorhanden, an den man über herkömmliche XLR-Kabel die DMX-Geräte anschließen kann. Nach der Einstellung der an den Geräten definierten Startadresse kann man schließlich relativ schnell die einzelnen Lampen in der Helligkeit einstellen. Das Problem: die Lampen müssen weiterhin per Hand bedient werden, sodass man im Grunde bei mehreren Scheinwerfern wieder das Problem der Eingangs erwähnten Baumarkt-Dimmer hat: zu wenig Hände für zu viele Scheinwerfer.

Hier hilft der Computer weiter. Es gibt im Internet drei große, kostenlose Softwarepakete, die das Steuern von Licht über den Computer erlauben: DMXControl, Freestyler und der hier angebotene PC_DIMMER. Weiterhin gibt es noch kostenpflichtige Software, die hier nicht näher betrachtet werden soll. Der Computer benötigt natürlich noch einen entsprechenden XLR-Anschluss, um die DMX-Signale ausgeben zu können. Auch hier gibt es sowohl fertig produzierte Computerinterfaces, oder man kann solche Interfaces mithilfe von (z.T. auch auf dieser Website erhältlichen) Schalplänen selbst bauen, sofern man ein wenig Ahnung von Elektronik besitzt.

 

Der Computer übernimmt sodann die gesamte Steuerung der Lichttechnik. Man kann Szenen erstellen und automatische Überblendungen zwischen diesen Szenen ausführen lassen. Lichter können Millisekundengenau auf eine Audiodatei eingestellt werden, etc. Man muss nun zwar eine etwas längere Zeit für die Programmierung des Lichtes aufbringen, allerdings erhält man nun auf einen Schlag die Möglichkeiten von den größeren Bühnen. Die meisten Computerprogramme erlauben zudem das Anschließen von Zusatzhardware, sodass man auch eine der vorher erwähnten Steuerungspulte, Joysticks und anderer Hardware. Man kann auf diese Weise sein Computerlichtprogramm dermaßen aufbohren, dass man eine Lichtsteuerungsanlage erhält, mit der man große Bühnen steuern kann.

Möchte man allerdings als Hobbylichtler alles käuflich erwerben, wird der Geldbeutel schnell leichter. Deshalb kann man sich, sofern man sich mit einem Lötkolben auskennt, Lichttechnikhardware selber bauen.

 

 

4. Eigene Lichttechnikhardware

 

Lichtdimmer sind im Prinzip recht einfache, elektronische Geräte. Neben einem Mikrocontroller als Herzstück, gibt es eine Hand voll Widerstände, Kondensatoren und entsprechend der Kanalanzahl Leistungsschalter. Für ein 8-Kanal-Dimmerpack kommt man auf 50-60 €, sodass man preislich weit unterhalb von fertigen Dimmerpacks liegt. Schalpläne und die nötige Firmware für den Mikrocontroller sind auf dieser Website kostenlos erhältlich, sodass man lediglich das Gerät nach dem Schaltplan aufzubauen hat. Der Mikrocontroller verarbeitet dabei die DMX-Daten, die über das XLR-Kabel hereinkommen. Das auf dieser Website vorgestellte Dimmerpack besitzt allerdings keine DIP-Schalter, die die Adresse einstellen. Die Adresse wird hierbei über einen Taster eingestellt. Bei Drücken der Taste wird die Startadresse von den DMX-Kanäle 511 und 512 ausgelesen.

 

 

6. Resumee

 

In diesem Artikel habe ich versucht, einen groben Überblick über die Lichttechnik zu vermitteln. Es gibt im Internet sehr viele Informationen zu diesem Thema. Ein wenig Googeln zu den richtigen Stichwörtern dürfte sicher noch mehr Klarheit verschaffen. Was man hier sehen konnte: Lichttechnik ist mit Hilfe des Computers bei geringen Kosten auch für (angehende) Hobbylichtler möglich. Wenn man sich ein wenig eingearbeitet hat, sogar im semi-professionellen Bereich, da nicht nur Dimmerpacks und einfache Lampen, sondern auch intelligentes Licht, wie LED-Scheinwerfer, Scanner und MovingHeads mit dem Computer gesteuert werden können.

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch ein paar Links zum Thema empfehlen:

  • http://www.dmxcontrol.de (Freeware-Lichtprogramm ähnlich PC_DIMMER)
  • http://www.freestylerdmx.be (Freeware-Lichtprogramm - hauptsächlich für Lauflichtsteuerungen)
  • http://www.paforum.de/phpBB/index.php (Forum zum Thema semi-prof. Veranstaltung)
  • http://www.party-pa.de/phpBB (Forum zum Thema Party-Veranstaltung)

 

Ich wünsche viel Spaß und Erfolg beim Thema Lichttechnik!

JSN Teki template designed by JoomlaShine.com